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Ernährung der Zukunft - SmartFoodFacts-Gründerin Anne Heit im Interview zu den Trends der Ernährung




Frau Heit, Sie sind studierte Ernährungswissenschaftlerin. Wie sehr nehmen Sie den Innovationsgrad auf dem Fachgebiet der Ernährung wahr?


Ich bin immer überrascht, wie schnell sich die Forschung und die aktuellen Erkenntnisse wandelt. Im IT-Bereich nehmen wir dies sehr deutlich wahr, wenn wieder ein neues Smartphone auf dem Markt erscheint. Doch auch die Medizin und die Ernährungswissenschaften sind wahnsinnig innovativ. Empfehlungen, die noch vor zehn Jahren galten, sind heute überholt. Man denke beispielsweise an die Low-Fat oder die Low-Carb-Bewegung. Beides sind konträre Ansätze, die jedoch, jeder für sich, äußerst populär waren.

Der Innovationsgrad ist, so würde ich es beurteilen, hoch. Allerdings schaffen es auch manche, vergangene Konzepte erneut in das Licht der aktuellen Forschung zu rücken.

Manche Konzepte werden jedoch auch erst jahrelang belächelt, bevor sie ihren Durchbruch haben. Als Beispiele sind hier die vegane oder vollwertige Ernährung zu nennen.

Wie genau entstehen Ernährungstrends? Können Sie das an einem Beispiel erläutern?


Gerne. Forscher stellen eine allgemeine Hypothese auf, die dann für die Allgemeinheit gestreut wird. Unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Erst erscheinen Bücher mit provokanten Aussagen, die suggerieren, dass dieses Buch nun endlich den Schlüssel zum Abnehmen gefunden hat. Heutzutage sind auch Blogbeiträge und Podcasts ein Medium, dass in kurzer Zeit viele Menschen erreicht. So erhält die Hypothese Dynamik und es beginnen mehr und mehr Leute, darüber zu sprechen. Auf diese Weise gibt es natürlich eine Fülle an Hypothesen, die erst einmal wissenschaftlich geprüft werden müssen, ob diese überhaupt Bestand haben. Denn eine Hypothese ist eine Behauptung und noch lange keine Erkenntnis. Das ist wichtig, dass man dieses nicht miteinander verwechselt.

Die Low-Carb-Bewegung wurde durch die Atkins-Diät berühmt. Diesem Konzept folgten viele weitere. Die Idee dahinter: Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, nimmt ab. Das Konzept begeisterte viele, sodass auch die Industrien darauf aufmerksam wurden. Unsere Supermärkte füllten sich mit Low-Carb-Lebensmitteln, zuckerreduzierten Lebensmitteln oder den allbekannten Light-Produkten.

Behaupten Sie, dass dieses Konzept überholt ist?


Nein, ich glaube, dass sich das Low-Carb-Konzept noch einige Zeit halten wird. Jedoch kann man seit kurzem einen neuen Trend beobachten, der sich ebenfalls bereits in unseren Supermarkt-Regalen zeigt.

Spannend! Welcher Trend ist das?

Seit rund zwei Jahren wird uns suggeriert, dass es wichtig ist, einen hohen Proteinanteil in der Nahrung zu haben. Viel Protein soll zum Abnehmen verhelfen und in kurzer Zeit Muskelmasse aufbauen. Dieser Trend spiegelt sich in verschiedenen Online-Abnehmprogrammen wider. Hier wird auf eine Kombination aus Low-Carb und High-Protein gesetzt. In den Supermärkten finden wir seit kurzem auch High-Protein-Schokopudding im Kühlregal, Proteinmüsli oder vegane Bohnenburger mit hohem Proteinanteil. Auch eine Protein-Milch habe ich schon entdeckt.

Wie stehen Sie zu diesem High-Protein-Trend?


Ich persönlich halte es für schwierig, wenn ein Nährstoff dazu gemacht wird, als Allheilmittel bei Gewichtsproblemen zu helfen. Ernährung ist und bleibt unheimlich individuell. Für den einen mag eine proteinreiche Ernährung hilfreich sein, für andere wiederum nicht. Man darf ebenfalls nicht außer Acht lassen, dass Menschen mit Nierenproblemen oder Vorbelastungen sowie Kinder und Jugendliche vorsichtig mit proteinreicherter Nahrung sein sollten.


Sie sagen, dass die Ernährung ein individuelles Thema ist. Inwiefern sehen Sie hier Potential für die Erschließung neuer Märkte?

Ich glaube, dass die personalisierte Ernährung eines der zentralen Themen in den nächsten Jahren werden wird. Aus diesem Grund haben wir von SmartFoodFacts uns dazu entschieden, unser BGM- (betriebliches Gesundheitsmanagement) Programm zu überarbeiten und neuen Ansätzen zu folgen.

So sollen statt Seminare und Vorträge zukünftig die Mitarbeiter und deren Gesundheit 100%tig im Fokus stehen. In persönlichen 1:1 Coaching-Sessions begleiten wir nicht nur Mitarbeiter, die sich gesünder ernähren möchten, sondern wir stehen auch verstärkt den Mitarbeitern zur Seite, die beispielsweise eine Neudiagnose wie etwa Diabetes oder eine Nahrungsmittelallergie bekommen haben.


Das klingt innovativ aber auch kostspielig.


Als zertifizierter Anbieter in der Ernährungsberatung- und Therapie wird die Ernährungstherapie pro Klient meistens großzügig durch die Krankenkassen bezuschusst. An sich halte ich Prävention immer noch für die kostengünstigste Investition. Und die Investition in die Gesundheit der Mitarbeiter in die Sinnvollste.

Wollen Sie damit aktiv dazu beitragen, Krankenstände in Unternehmen zu reduzieren?

In erster Linie möchten wir als externe Ernährungstherapeuten und Berater ein Vertrauensverhältnis mit den Mitarbeitern aufbauen, dass dazu dient, ernährungsbedingte Risikofaktoren frühzeitig gemeinsam zu eliminieren. Langfristig möchten wir jedoch auch die Mitarbeiter unterstützen, die durch eine neue Erkrankung vor Herausforderungen stehen und die wir mit einer Ernährungstherapie unterstützen können. Es geht also weniger darum, Krankenstände zu reduzieren, sondern präventiv vorzusorgen, dass solche gar nicht erst entstehen.

Das klingt nach einer Mission! ;-)


Ja, das ist es in der Tat!

Vielen Dank für das spannende Interview! Zum Abschluss noch eine Frage: Ihr derzeitiges Lieblingszitat?

Mein derzeitiges Lieblingszitat steht als Postkarte auf meinem Schreibtisch.

"Du kannst.

Ende der Geschichte."




Sie möchten mehr über unser innovatives BGM-Konzept erfahren? Treten Sie hier mit unserem Team in Kontakt


Kontakt: info@smartfoodfacts.org

Fon: 07231 - 4709404



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